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Geschrieben von: Katja Schlageter   

 „D’ Jeschdetter Fasnacht hät´s scho immer gä!“

Die Jestetter Fasnacht gibt es nicht erst seit der Gründung des Narrenvereins im Jahre 1968. Schon im 19. Jahrhundert fanden Hemdglunggi-Umzüge statt und es existierten diverse Fasnachtsbräuche, wie „Chäholz vochaufe“ oder „Birkebese vochaufe“. Ausserdem gingen die Rebwieber jeweils am Fasnachtsmontag mit dem Scheubli unter dem Arm zu einem Schwatz in die Häuser. Leider gingen diese Traditionen im Laufe der Zeit (1. & 2. Weltkrieg) verloren.

 

Die Jestetter Fasnacht, wie wir sie heute kennen, begann im Jahre 1950 mit der Gründung eines Elferrates. Neben diesem Rat regierte damals noch ein Fasnachts-Prinzenpaar. Mitglieder des Elferrats, die Düfelsgilde und weitere Narren fanden sich dann im Jahr 1968 im Gasthaus Salmen ein und riefen den Narrenverein ins Leben.

 

Die Düfelsgilde, erste Maskengruppe des Narrenvereins, wurde 1963 aus einem alten Brauch heraus gegründet. Früher trugen die Buben zur Fasnachtszeit eine mit Russ geschwärzte Düfelskappe in der Tasche, die man sich zwecks Verkleidung kurzerhand über den Kopf zog. Traditionsgemäss besteht diese Gruppe nur aus Männern und Buben. An Umzügen haben die Düfel jeweils ihren „Emil“, einen Geissbock auf Rädern dabei, auf dem die Mädels wild durch die Gegend geschoben werden.

 

1969 schliesslich liess man die Tradition der Rebwieber und Trubehüeter wieder aufleben. Da Jestetten früher einmal ein Weinbaugebiet war, lag die Gründung dieser Gruppe als Erinnerung an vergangene Zeiten nahe. Heute besteht die Rebbwiiber-Gruppe aus 14 „jungen“ Frauen und einem Mann sowie einer Seniorengruppe. Die Seniorengruppe tritt weiterhin im traditionellen Sonntagsgewand der früheren Rebfrauen auf, während die „Jungen“ seit 2002 mit einem Alltagsgewand und einer Holzmaske ausgestattet sind.

 

Um auch jüngere Närrinnen und Narren anzusprechen, wurde im Jahr 1980 auf Initiative unseres verstorbenen Ehrenmitgliedes Karl Büchel, die Üüle-Gruppe gegründet. Die Figur als solches wurde dem Vereinsemblem entnommen. Die Üüle setzen sich vor allem für die Kinderfasnacht und die Förderung des Nachwuchses ein.

 

Seit 1955 findet am Fasnachtsmändig das Mehlsuppenessen statt und dazu gehört natürlich ein Mehlsuppenkasper. Dieser ist für die Organisation des Mehlsuppenessen verantwortlich und nimmt als Einzelfigur an den Aktivitäten des Narrenvereins teil.

Der Narrenverein Jestetten ist Gründungsmitglied der Kleggau Narrenvereinigung und hat bereits 3x mit grossem Erfolg das Kleggau Narrentreffen durchgeführt

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. November 2009 um 10:29 Uhr